Sonntag, 3. Oktober 2010

Meine Damen und Herren,

Gestresst? Uebermuedet? Dann goennen sie sich einen Urlaub hier auf den neuseelaendischen Inseln im Suedpazifik. Ein Stueck Paradies am Ende der Welt. Fernab vom Alltagsstress und den taeglichen Sorgen. Fuer nur 1500Euro. Schlagen Sie zu. Im Programmpreis inbegriffen sind 6 Uebernachtungen in verschiedenen Hotels in Neuseelands groesster Stadt Auckland sowie Paihia und Rotorua, der Bustransfer sowie eine Massage im Wert von 60$NZ. Gueltig bis zum 31. September 2010.

Klingt das besser, Juliane?

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Also mal ehrlich, bin ich hier die Einzige, die was von sich hoeren laesst? Ich will wissen, was in euren Leben passiert! Ich weiss, dass es bei Juliane philosophisch und lernmaessig stressig zugeht, Anne sich nachts den Arsch abfriert und bei Sarah momentan Semi an Stelle Nr.1 steht. Jeder hat seine Hoehen und Tiefen. Lasst mich hier nicht mehr allein. Ich fuehl mich so schon ganz verloren. Das Hostel hier ist scheisse, da war es sogar im ACB schoener, Anne, das will was heissen! Der Eingangsbereich ist ganz okay, deshalb konnte ich ja nicht wissen, was mich erwartet. Man knuepft hier normalerweise ziemlich schnell Kontakte, aber hier kenne ich niemanden. Ich wollte mich heute eigentlich nochmal ordentlich betrinken, bevor es in die Fischfabrik geht, aber ich will nicht allein gehen. Anne! Komm schnell nach Auckland. Zum Glueck bleibe ich nur noch eine Nacht hier, dann gehts nach Tauranga.

Mein Zimmer ist total muffig, es gibt eine Steckdose und ein rissiges und schmutziges Waschbecken. Nichts, um seine Sachen einzuschliessen. Die Toiletten gehen direkt auf den Gang und sind total eklig...In der Kueche gibt es fuer ein ganzes Stockwerk 2 Waschbecken und jeweils etwa 5 Gabeln, Loeffel und Messer. Meine Tasse heute morgen war undicht.

Genug gejammert!

Also. Mittwoch habe ich die schoene Bay of Islands sowie eine Horde Deutsche und Alejandra verlassen, unfassbar, man spricht hier fast mehr Deutsch als Englisch. Lindsay hatte Recht.

Als ich mit dem Bus in Auckland ankam, ging ich als Erstes in das Seattle Cafe und trank einen Kaffee. Neuseeland macht mich noch Coffeinsuechtig. Ich bin inzwischen bei 3 Tassen Kaffee pro Tag. Ich bekam 2 Naechte in einem Hostel ausserhalb des Stadtzentrums. Nach den 40min zu Fuss war ich verschwitzt und atemlos. Das Hostel selbst war schoen, viktorianisch und gemuetlich eingerichtet. Ausserdem hatte man eine ziemlich grosse Gewuerzauswahl in der Kueche. Der Nachteil: viele viele Deutsche. Ich wurde gefragt, warum ich nicht den Link-Bus genommen hab.....

...wer mich kennt, wuerde das nicht fragen. Mein letztes Falschfahren mit dem Bus ist mir noch lebhaft im Gedaechtnis...

Nun bin ich im Besitz von einem Netbook und einem neuen Rucksack. Das Geld rinnt mir nur so durch die Finger.

Seit gestern wohne ich in besagtem Hostel in der Queen St.

Heute war ich auf dem Samstagsmarkt hier in der Naehe Cherimoyas kaufen. Hab auch welche bekommen, allerdings nur kleine. Aber immerhin.

Danach bin ich zum Auckland Domain gelaufen, Aucklands groessten und aeltesten Park. Ententeich, Kirschblueten, ein Farnbereich und alles. Zurueck ging es dann durch Parnell, Pasta zum Lunch.

Nun ueberlege ich, was ich heute abend mache, um nicht im Zimmer bleiben zu muessen. Diese Untaetigkeit hier in Auckland macht mich rastlos, ich muss was machen, aber hier gibt man an jeder Ecke Geld aus.

Ich vermisse euch grade echt, Leute, eure Weisheiten und euren Humor. Denkt an mich, wenn ich in der Fischfabrik ende.

Sarah, wie sieht es aus mit Semi? Hast du schon Diabetes bekommen, so wie du dich mit dem Thema beschaeftigst?

Juliane, was haben sie dir noch geklaut? Kannst du bei der ganzen Philosophie noch geradeaus denken?

Anne, ich hab im ACB nachgefragt, die haben mich zum Housekeeping geschickt, die hat nachgeschaut, mich nach dem Raum gefragt (412 oder?) und meinte, sie wuerde nochmal bis morgen schauen, hat mir aber nicht gerade viel Hoffnung gemacht...SHIT

Kommst du dann nach Tauranga nach? Im Moment suchen sie noch Leute, ich will dich auch mal wieder zu Gesicht bekommen. Dieses Hostel wurde mir uebrigens von Lukas empfohlen, da sie im ACB die Preise erheoht haben, aber hier bezahl ich auch 26Euro. Warum hoere ich eigentlich auf diesen Typen?

 

Alles Liebe

Henni

PS: Ich ueberlege mir grad, mich einfach Nuka zu nennen, nicht mal Henni versteht jeder richtig und da Ale in Paihia mich immer Honey genannt hat, denke ich immer an Manuka-Honey.

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Naechster Tag

Hab heute nacht etwa 4 Stunden geschlafen! Wollte eigentlich um 9 aufstehen, weil ich um 10 aus dem Zimmer raussein musste, wachte aber erst um 10 auf. So kanns kommen, wenn man erst um 6 im Bett ist. Ich fand mich um 5 Uhr morgens in einer bekannten Situation wieder, als ich auf dem Boden des Klos sitzend aufwachte. Etwas orientierungslos, ich erinnere mich noch, ins Zimmer gekommen zu sein, aber anscheinend hatte ich mich vorsichtshalber auf die Toilette begeben. Die Nacht war lustig, ich habe beim beim Filmschauen noch 2 andere Deutsche aufgegabelt, die sowieso weggehen wollten, Chris wollte in seinen Geburtstag reinfeiern. Also zogen wir etwa um 11 los, zusammen mit einem aelteren Englaender, und erreichten bald Father Ted's, mit Club. Wie der Rest des Abends verlief, kann man sich ja denken.

Jedenfalls schaffte ich es innerhalb von 10 min, mit meinem Gepaeck unten an der Rezeption zu erscheinen. Da mein Bus erst mittags fuhr, ging ich los, um etwas zu Essen zu besorgen. 2 Burger, so viel zum Kater.

Den Rest des Vormittags verbrachte ich im ACB, wo ich versuchte, das Kamerakabel wiederzubeschaffen. Kein Glueck. Scheiss-Hostel.

Die Busfahrt nach Tauranga verlief ereignislos, die Landschaft haeufig wie Mitteldeutschland, an einigen Stellen aber echt schoen.

Das Hostel ueberraschte mich, dafuer, dass es so eine schlechte Bewertung bekommen hat, ist es echt schoen. Zwar gross, aber doch noch etwas familiaer. Zentral gelegen, morgen versuche ich mein Glueck mit einem Job. Natuerlich gibt es auch hier viele Deutsche, aber zum ersten Mal hier in Neuseeland hab ich Chilenen und andere Suedamerikaner getroffen, wenn man den Brasilianer nicht mitzaehlt, mit dem wir uns letzte Nacht kurz unterhalten haben. An die Toiletten werde ich mich noch gewoehnen. Als ich in das Zimmer kam, hab ich festgestellt, dass ich zusammen mit den 3 chaotischsten Typen wohne, die ich je gesehen hab. An das Waschbecken kommt man nicht ran, zu viele Klamotten.

Aber Internet ist hier kostenlos...wow...ich glaub, hier kann ichs laenger aushalten.

Mal schauen, was die naechsten Tage bringen.

Bis dann,

Henni

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